Interview - Digitale Transformation von Geschäftsmodellen: Roadmap für Unternehmen

Die digitale Transformation durchzieht sämtliche Teile der Gesellschaft. In Unternehmen hält die digitale Business-Transformation einige Chancen parat – birgt aber auch Herausforderungen. Beim digitalen Wandel handelt es sich um einen ganzheitlichen Prozess, in den im Idealfall alle Teile einer Organisation involviert sind. So geht mit der Erweiterung des bestehenden Geschäftsmodells auch oft eine Veränderung der Unternehmenskultur einher. Im Interview mit Sherpany nennt Manuel Baum interessante Aspekte der Digitalisierung, der digitalen Business-Transformation und der Veränderung der Meeting-Kultur. Für ihn steht fest, dass für die Digitalisierung in Deutschland noch einiges an Nachholbedarf besteht. Andererseits sieht er viel Bewegung bei der digitalen Transformation von Geschäftsmodellen, die nicht zuletzt in Folge der Corona-Pandemie einen Aufschwung erlebt.

Sie helfen Unternehmen dabei, mit der digitalen Transformation neue Chancen zu nutzen. Wie steht es um die Digitalisierung in Deutschland?

Manuel Baum: Die Digitalisierung beschäftigt uns schon seit mehreren Jahren. Unternehmen haben schon vor der Pandemie viele Digitalisierungsprojekte durchgeführt. In der Post-Corona-Zeit haben sich die Aktivitäten dahingehend nochmal verstärkt.

In Deutschland erkennen wir einen großen Nachholbedarf bei der Digitalisierung – dies wird uns auch immer wieder in Gesprächen mit Unternehmen, Interessenverbänden und der öffentlichen Hand bestätigt.

Wo gibt es Ihrer Meinung nach noch Nachholbedarf?

Manuel Baum: Wir sind noch weit davon entfernt, einen vergleichbaren Reifegrad der Digitalisierung – wie zum Beispiel in skandinavischen Ländern – zu haben. Bei den Unternehmen sehen wir, dass sie zunehmend dabei sind, bei der Digitalisierung aufzuholen. Im Start-up-Bereich und unter den Wagniskapitalgebern ist innerhalb Deutschlands eine positive Bewegung zu sehen, die eine nachhaltige Entwicklung in diesem Bereich ermöglicht. Ich bin guter Hoffnung, dass wir in den nächsten drei bis fünf Jahren einiges an Fortschritt in der Digitalisierung sehen werden.

Innovationen und der digitale Wandel sind heute zentral für den Unternehmenserfolg. Wie verdeutlichen Sie Ihren Kunden die Bedeutung innovativer Technologien und agiler Geschäftsmodelle?

Manuel Baum: In erster Linie ist es sinnvoll, eine digitale Prozesslandkarte zu definieren und den Reifegrad in den jeweiligen Geschäftsmodellen zu verstehen, zu beschreiben und zu messen. Anhand der digitalen Prozesslandkarte sehen wir, welche Wertschöpfungspotenziale im Unternehmen oder in den einzelnen Prozessen vorhanden sind.

Bereits vor der Corona-Zeit war es sehr wichtig, Geschäfte online abzuwickeln.

Wir zeigen auf, dass eine singuläre Lösung oder Maßnahme nur einen begrenzten Mehrwert mit sich bringt. Daher wird schnell klar, dass man die Digitalisierungsmaßnahmen in einen ganzheitlichen Kontext stellen und quer durch das Unternehmen vorantreiben sollte.

Es gibt verschiedenste Themen zu beachten: Eventuell lässt sich das Projekt oder die Lösung in irgendeiner Weise effektiver, effizienter und mit mehr Synergien zu anderen notwendigen Maßnahmen gestalten. Das stellen wir aus dem Endkunden-Nutzen heraus entsprechend dar und zeigen somit auf, welche Wertschöpfungspotenziale in der Digitalisierung liegen.

Welche Schritte sind notwendig, um für Unternehmen eine erfolgreiche Infrastruktur hin zur digitalen Transformation aufzubauen?

Manuel Baum: Eine erfolgreiche Infrastruktur bedeutet in erster Linie, die Cloud-First-Strategie zu verfolgen. Das heißt, zu prüfen, was genau in die Cloud gehen kann und dies so schnell wie möglich umzusetzen. Mithilfe der Cloud können wir die Mitarbeitenden frühzeitig “mitnehmen” und ihnen schnell die ersten Mehrwerte verdeutlichen, da die Systeme sofort zur Verfügung stehen. Ebenso streben wir eine Standard-First-Vision an. Das heißt, die Geschäftsprozesse zu standardisieren und die Prozessmodelle aus den Systemen und Applikationen im Standard zu nutzen.  

Am Ende muss die Digitalisierung das bestehende Geschäftsmodell stärken und für die Zukunft Erweiterungen und Erneuerungen ermöglichen.

Der digitale Wandel verlangt auch vermehrt nach digitaler Führung. Wie können Führungskräfte ihre Teams auf Distanz effektiv leiten?

Manuel Baum: Führen auf Distanz ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Analoge Angewohnheiten in der digitalen Welt zu übernehmen, ist schwer möglich, ohne sie zu transformieren. Aus diesem Grund müssen sich Führungskräfte künftig mehr als Coach sehen – fördern und über Ziele führen.

Außerdem geht es auch darum, den Mitarbeitenden eine ganz große Portion an Verantwortlichkeit respektive Vertrauen zu schenken, dass sie im Homeoffice auch sinnvoll arbeiten. Das regelmäßige Einholen von Feedback ermöglicht es den Führungskräften, über die Bedürfnisse und das Wohlbefinden des Teams informiert zu bleiben und die eigene Führung zu reflektieren.

Darüber hinaus müssen wir uns immer mehr daran gewöhnen, dass Mitarbeitende überwiegend über digitale Medien kommunizieren. Für das „New Normal“ sollten daher die technischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um das zukünftige Arbeiten reibungslos zu ermöglichen und Meetings effizient zu gestalten.  

Auf dem Weg zu einer digitalen Transformation spielt auch die Entscheidungsfindung eine zentrale Rolle. Wie bewerten Sie – vor diesem Hintergrund – die Bedeutung von Meetings? Und wie schätzen Sie die Bedeutung virtueller Meetings ein?

Manuel Baum: Meetings sind für den Erfolg eines Unternehmens wichtig. So kann zum Beispiel die Produktivität und die Teamarbeit der Mitarbeitenden gesteigert werden. Andererseits stellen unproduktive Meetings in der heutigen Unternehmenswelt ein großes Problem dar. Sie verlangsamen die Entscheidungsfindung – dies wirkt sich wiederum negativ auf das Unternehmen und auf die Mitarbeiterzufriedenheit aus.

Dementsprechend müssen Meetings besser vorbereitet, effektiv sowie produktivdurchgeführt und protokolliert werden. Letztendlich braucht es eine sinnvolle virtuelle Meeting-Kultur, die auch produktiv bleibt.

Was sind Ihre Ansprüche an die Vorbereitung eines Entscheidungsmeetings?

Manuel Baum: Es braucht eine klare Agenda mit den entsprechenden Punkten, die zu entscheiden sind. Hierbei spielen Struktur und ein präzises Zeitmanagement eine zentrale Rolle. Für jeden Agendapunkt sollten ein Verantwortlicher und ein klarer zeitlicher Ablauf definiert sein. Außerdem stehen die dafür vorgesehenen Informationen und Dokumente vorab – unter Beachtung der Datensicherheit – zur Verfügung und sind von den Teilnehmenden vorab durchzusehen. Nur so ist es möglich, alle Punkte in der vorgegebenen Zeit zu besprechen.

Quelle: Sherpany

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