Das Wichtigste in Kürze
Die Gesamt-IT-Architektur steht am Anfang, danach folgen Herstellerarchitektur und ERP-Lösung. Dadurch behält Ihr Unternehmen die Entscheidungshoheit und löst sich aus der Echokammer des heutigen Herstellerumfelds.
Dieselben Stationen, zwei Richtungen
Auf beiden Wegen stehen dieselben drei Entscheidungen an. Die Richtung bestimmt jedoch, wer entscheidet. Wer bei der heutigen Lösung ansetzt, richtet die Architektur zuletzt am bereits festgelegten System aus. Der umgekehrte Weg beginnt mit der Architektur.

So läuft es heute meistens
SAP-Anwender bewegen sich in SAP-Foren, arbeiten mit SAP-Beratern und verfolgen SAP-Ankündigungen. Das ist üblich und keine Nachlässigkeit. In dieser Echokammer orientieren sie sich jedoch zwangsläufig am Bestehenden. Hersteller und Umfeld empfehlen in diesem Fall dasselbe Ziel: S/4HANA. Ob Prozesse und Architektur dazu passen, ändert daran nichts. Das ist legitim, denn darauf konzentriert sich ihre Expertise. Andere Hersteller verfolgen andere Ziele, doch das Muster bleibt: Ausgangspunkt ist stets die heute eingesetzte Lösung.
Diese Sicht verengt die Auswahl schleichend. Sobald das System feststeht, passen Verantwortliche die Gesamt-IT-Architektur so gut wie möglich an das Vorhandene an. Was nicht passt, landet als Sonderfall, Phase 2 oder Eigenentwicklung im Projekt. Niemand hat diese Richtung bewusst beschlossen; sie hat sich ergeben. Werden später die Wartungskosten sichtbar, zeigt sich der Customizing-Berg. Hinter jeder Eigenentwicklung steht eine Architekturentscheidung, die niemand getroffen hat.
So sollte man vorgehen
Der umgekehrte Weg setzt außerhalb der Systemwelt an. Zuerst klärt das Unternehmen sein Geschäftsmodell, seine Geschäftsprozesse und sein langfristiges Ziel. Auf dieser Basis entwickelt es die Gesamt-IT-Architektur. Daraus leitet es ab, welche Herstellerarchitektur das Ziel trägt und welche ERP-Lösung aus diesem Ökosystem passt. Die drei Schritte folgen genau dieser Reihenfolge.
Schritt 1: Die Gesamt-IT-Architektur - Ende zu Ende über ERP hinaus
Der zentrale, häufig ausgelassene Punkt lautet: Die Gesamt-IT-Architektur reicht über das ERP-System hinaus. Geschäftsprozesse enden dort nicht. Angebot, Bestellung, Auslieferung und Service beziehen CRM, Webshop, Produktdaten und Logistik ein. Wer allein auf das ERP schaut, entscheidet über unbekannte Schnittstellen. Später zeigt sich, dass die gewählte Lösung nur einen Teil der Kette abdeckt.
Deshalb bildet die Gesamt-IT-Architektur die Applikationslandschaft ab. Sie ordnet Prozesse den Systemen zu, bestimmt die Datenhoheit, beschreibt die Integration und legt die Umstellungsreihenfolge fest. Die ICB GmbH bezeichnet das Ergebnis dieser Vorarbeit als Architektur-Bebauungsplan.
Der Architektur-Bebauungsplan dokumentiert das Zielbild Ihrer Applikationslandschaft. Er bestimmt, welche Gesellschaften, Prozesse und Systeme in welcher Reihenfolge in welche Zielstruktur wechseln. Zudem vermerkt er, was bewusst später folgt.

Der Plan umfasst sechs Bestandteile: Gesellschaften und Standorte, Reihenfolge der Fachbereiche, laufende Projekte, Rollout-Strategie, Harmonisierung je Prozess und vertagte Entscheidungen. Regelmäßig unterschätzt werden drei davon. Beim Zuschnitt der Gesellschaften zählt zuerst, wer mit dem Template arbeitet, nicht dessen Gestaltung. Bedient eine Einheit eigene Kunden nach eigener Fertigungslogik und eigenen Marktregeln, bildet sie ein eigenes Geschäftsmodell. Wer im Kern wie die Muttergesellschaft arbeitet, gilt als Variante. Diese Einordnung bestimmt Mandantenstruktur, Templatetiefe und Rolloutaufwand.
Für die Reihenfolge der Fachbereiche gilt: Finance beginnt meist, weil Abschluss- und Meldepflichten kein „später“ zulassen. Der Nutzen bestimmt die Investitionshöhe. Die Pflicht bestimmt den Zeitpunkt. Die Rollout-Strategie richtet sich nach der Organisationsreife, ob Big Bang, Wave oder Phased. Ein Pilotstandort stabilisiert das Template. Ein Big Bang spart Parallelbetrieb, setzt aber eine Organisation voraus, die einen einzigen Umschaltpunkt verkraftet.
Der Plan dokumentiert auch vertagte Entscheidungen mit Datum, Begründung und Verantwortlichem. Ein einziger Satz trennt „vertagt“ von „vergessen“. Sichtbar wird der Unterschied zwei Jahre nach dem Projekt.
Schritt 2: Die Herstellerarchitektur - wer kann das Ziel tragen?
Mit einer fertigen Gesamt-IT-Architektur kann das Unternehmen die Herstellerfrage gezielt beantworten: Welche Herstellerarchitektur trägt dieses Ziel? Entscheidend sind Betriebsmodell, Cloud-Strategie, Ökosystem und Regulatorik. Funktionslisten geben hier nicht den Maßstab vor.
Die Herstellerwahl legt Rahmenbedingungen fest, die später nicht mehr offen sind. Dazu zählen der mögliche On-Premises-Betrieb, zulässige Erweiterungswege, die Zuständigkeit für den Update-Termin und die Abrechnungsmetrik. Das sind Architektur- und Vertragsfragen. Deshalb müssen sie vor der ersten Anbietereinladung geklärt sein, nicht erst bei den Funktionen.
Danach ist die Landschaft ausreichend definiert, um konkrete Produkte zu bewerten.
Schritt 3: Die ERP-Lösung - hier fällt die Produktentscheidung
In vielen Auswahlprojekten fehlt nun die Wahl einer konkreten Lösung aus dem Herstellerökosystem. Die Festlegung auf „Microsoft“ reicht dafür nicht. Business Central und Finance & Supply Chain Management sind eigenständige Produkte mit unterschiedlichen Grenzen. Da die Gesamt-IT-Architektur Ende zu Ende reicht, fließen auch CRM, Shop und Datenplattform in die Entscheidung ein.
Zur Bewertung dient die Fit-to-Standard-Klassifikation. Sie ordnet jede Anforderung einer von vier Kategorien zu: Fit (im Standard abgedeckt), Config (per Konfiguration lösbar), Custom (Erweiterung nötig) oder Gap (Entscheidung erforderlich). Die Einordnung bestimmt, ob Entwicklungskosten entstehen. Ihren größten Einfluss haben Sie vor der Vertragsunterzeichnung.
Das Ergebnis ist eine Entscheidung mit Preisschild und Zeitachse, bevor eine einzige Anfrage den Markt erreicht: diese Lösung, dieser Umfang, diese Kostenbandbreite, dieser Zeitraum. Das verändert die Verhandlungsposition. Ohne eigene Architektur kaufen Unternehmen im Angebotsgespräch Konzeptarbeit ein und bezahlen sie zweimal, im Angebot und in den Change Requests. Mit Gesamt-IT-Architektur, Rolloutplan und Fit-to-Standard-Bewertung verhandeln sie über die Umsetzung. Der Leistungsumfang lässt sich beschreiben und die Angebote lassen sich vergleichen.

Ihre Gesamt-IT-Architektur in sechs bis acht Wochen
Das ERP-Vorprojekt SPARK 2.0 der ICB GmbH schafft die Grundlage für diese drei Schritte. Die drei Stufen bauen aufeinander auf und lassen sich einzeln oder als Paket beauftragen. Die Arbeit erfolgt KI-beschleunigt und herstellerneutral. Ihr Aufwand beträgt typischerweise zwei bis drei Stunden pro Fachbereich. Die ICB GmbH verkauft keine Lizenzen und unterhält keine Vertriebspartnerschaften mit ERP-Herstellern. Sie liefert den Plan, nicht den anschließenden Auftrag.
ERP-Analyse - 1 bis 2 Wochen, ein Workshop
Lieferumfang: gewichteter Kriterienkatalog, herstellerneutrale Marktanalyse, zwei bis vier begründete Systemempfehlungen samt Fit-Bewertung und KI-Maturity-Check.
Es geht auch ohne Workshop: Die kostenlose Online-ERP-Analyse liefert eine herstellerneutrale Systemvorauswahl in ein bis zwei Werktagen.
ERP-Auswahl - 3 bis 4 Wochen, Deep-Dive-Workshops
Die Stufe liefert End-to-End-Prozesslandkarte, Anforderungskatalog, Fit-to-Standard-Analyse, Gesamt-IT-Architektur mit Datenmodell, Schnittstellenstrategie und Migrationspfad sowie die Lösungsentscheidung.
ERP-Projektplanung - 1 bis 2 Wochen
Lieferumfang: Sechs-Phasen-Plan mit Meilensteinen, Conference-Room-Pilot-Konzept, Kostenbandbreiten, 5-Jahres-TCO, Rollout-Variante, Mandanten-Setup und Entscheidungsvorlage.
Zwei Vorprojekte, zwei Entscheidungsgrundlagen
Die ICB GmbH leistete diese Vorarbeit in zwei unabhängigen Vorhaben. Beide lieferten eine Entscheidungsgrundlage vor der Umsetzung. Im zweiten Fall entstand nach der bereits getroffenen Systementscheidung der Rolloutplan.
Sechs Wochen bis zur Verwaltungsrats-Vorlage
Die Folex Gruppe, Spezialist für beschichtete Folien- und Spezialprodukte mit Standorten in Schwyz und Köln, ersetzt SAP ECC 6.0. In sechs Wochen entstand eine entscheidungsreife Vorlage: Prozesshaus für beide Standorte, Fit-Gap-Analyse, Systemvergleich, Stammdatenstrategie, Gesamt-IT-Architektur mit Schnittstellenkonzept, 5-Jahres-TCO und eine Bewertungsmatrix der Go-Live-Szenarien. Referenz ansehen.
Aus der Entscheidung wird ein Rolloutplan
Bei der IPG Automotive GmbH, Anbieter von Simulations- und Testlösungen für die Automobilindustrie, stand die Cloud-ERP-Plattform bereits fest. Wir überführten sie in einen globalen Rolloutplan für 9 Länder auf 3 Kontinenten: Detailplanung der deutschen Leitimplementierung in 12 Workshops, drei Standort-Blueprints statt neun Einzelplanungen, dazu eine 24/7-Supportarchitektur. Referenz ansehen.
Und danach: die Umsetzung begleiten wir
Nach der Entscheidung beginnt die Umsetzung. Für die ERP-Einführung setzt die ICB GmbH auf ICB IGNITE. Das Phasenmodell definiert klare Meilensteine und nutzt einen Conference Room Pilot als Härtetest vor dem Go-Live. Wir verantworten Projekt und Architektur. Das einführende Haus übernimmt die Implementierung der gewählten Lösung.
Die Aufteilung hält die Architektur-Hoheit bei Ihnen. Zugleich liegt die Umsetzungstiefe bei dem Haus, das täglich mit der Lösung arbeitet. Als Maßstab dient der Plan, den Sie in den drei Schritten selbst beschlossen haben.
Sie wollen die Reihenfolge in Ihrem ERP-Vorhaben umdrehen?
In 45 Minuten klären wir Ihre Ausgangslage. Dazu betrachten wir Geschäftsmodell, Applikationslandschaft, Altsysteme und Fristen. Außerdem bestimmen wir, welche Entscheidungen bei Ihnen zuerst anstehen. ERP-Beratungstermin vereinbaren.
Wenn Sie früher im Prozess stehen, liefert die kostenlose Online-ERP-Analyse innerhalb von ein bis zwei Werktagen eine herstellerneutrale Vorauswahl passender Systeme.
Das Titelbild und die entsprechend gekennzeichnete Besprechungsszene wurden mit KI generiert. Die Szene dient der Illustration und bildet keinen realen Kundentermin ab. Die Übersicht der zwei Wege sowie die Bestandteile des Architektur-Bebauungsplans stammen aus eigener Darstellung.




